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Ein Zweifel kommt selten allein

Gestern liegt sie in meinem Briefkasten: die 6097. Meine Startnummer für mein nächstes Rennen. Wie ich mich fühle? Nie war ich schwächer.

Ich schmeiße das Mistding in die Ecke. Dort liegt es nun und starrt mich drohend an – aus seinen schwarzen 6097 Augen. Vom großen Zeh bis in die Haarspitzen beherrscht mich nur ein Gefühl: grenzenlose Müdigkeit. Saft- und kraftlos hoppele ich durch Dublins Straßen. „Das schaffe ich nie,“ denke ich.

Mit meinen Zweifeln bin ich nicht alleine: „Macht es Sinn überhaupt los zu laufen?“ fragt sich Monschichi kurz vor dem Marathon.

Auch Jörn scharrt langsam mit den Hufen. Noch 14 Tage bis zum Ironman. „Ich freue mich tierisch,“ sagt er, aber gibt auch zu „Ich hab Respekt.“

So ist das eben: beim Laufen und im Leben – wer siegen will, der muss sich Zweifeln stellen. Wer vorher aufgibt, der hat schon verloren. Auch Eugen Roth hat’s trefflich formuliert:

Ein Mensch am schwersten wohl verschmerzt
Das Glück, das er sich selbst verscherzt
Kann sein, es war kein echtes Glück
Doch echter Ärger bleibt zurück.

Und die Moral von der Geschicht: wer sich nicht traut, der wächst auch nicht.

Discussion

One Response to “Ein Zweifel kommt selten allein”

  1. Schön Pony, du hast es auf den Punkt gebracht!! Eine wirklich weise Moral… LG Jule

    Posted by Juliane | 09. Jul, 2011, 15:22

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