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Meet the Ironman

Jörn Stümpel ist begeisterter Triathlet und Mitglied des Vereins VT Triangel Kempen. Am 24. Juli wird er in Frankfurt beim Ironman starten – und wir, liebe Leser, haben die einmalige Chance, ihn zu  begleiten und hautnah dabei zu sein. Ich lade euch ein, mitzufiebern, mitzuleiden und mitzujubeln, wenn hoffentlich am Ende aus dem Lautsprecher des Zieleinlaufes schallt: “You are an Ironman!”  Aber vorab verrät uns Jörn wie er sich auf den Ironman Frankfurt vorbereitet,  welche Probleme ihm die Langdistanz in der Vergangenheit bereitet hat und warum diesmal alles anders wird…

Jörn, du schaffst das!

Hallo Jörn. Du bist also so mutig und traust dich an die Triathlon-Langdistanz. Sei mal ehrlich, hast du Schiss?
Ich würde sagen, ich habe einen Heiden Respekt – meine IM-Vorgeschichte ist leider nicht sehr ruhmvoll.

Das ist also nicht dein erster Ironman?
Nein! 2007 habe ich in Zürich beim Ironman Switzerland meinen ersten Versuch gewagt. Ich war total übermotiviert und mental nicht auf der Höhe. Schon beim Schwimmen hatte ich das Gefühl, mit 2000 anderen Triathleten in eine übergroße Waschmaschine geraten zu sein. Bei  meiner Paradedisziplin, dem Radfahren, musste ich dann nach 160 Kilometern aufgegeben. Ich kannte das Wort bis dahin noch gar nicht – aber da ging nichts mehr. Es war nicht mal an “gehen” zu denken. Für mich eine Katastrophe und auch eine neue Erfahrung.

Und dann?
Und dann habe ich mich aus Frust keine 24 Stunden später für die Langdistanz in Köln gemeldet. Ich dachte: ich bin doch gut trainiert, dass kann doch noch nicht alles gewesen sein. Also habe ich nochmals drei Monate trainiert und einen zweiten Versuch gestartet: diesmal lief das Schwimmen super, auch das Radfahren war Ok, aber das Laufen musste ich bei Kilometer 10 beenden. Schon wieder aufgegeben! Langsam ging mir das Wort auf den Keks und stieg auf Platz eins zum Unwort des Jahres 2007. Ich war wieder total ausgebrannt und mir wurde klar, dass der zweite Versuch innerhalb von drei Monaten keine gute Idee gewesen war.

Das heißt, du hast die Langdistanz bisher noch nie beendet?
Doch, aber ich habe ganze zwei ganze Jahre gebraucht, um das sportliche Desaster in 2007 zu verarbeiten. 2010 habe ich dann mit neuer Motivation die legendäre Langdistanz im Triathlon-Mekka Roth in Angriff genommen und endlich auch zu Ende gebracht. Allerdings wieder mit einem faden Beigeschmack: ab Laufkilometer 23 wollten meine Beine nicht mehr und ich bin 10 Kilometer lang nur gegangen.

Jetzt mal ehrlich: warum tust du dir das an?
Ganz einfach: weil’s Spaß macht. Der Sport ist doch in erster Linie dafür da, um Spaß zu haben. Ok, Ok … andere verstehen darunter etwas anderes, aber für mich ist Triathlon nicht nur der Wettkampf, sondern in erster Linie das Training – mit dem Wettkampf als Sahnehäubchen. Gemäß dem Motto: Der Weg ist das Ziel! Abgedroschen, aber wahr.

Und dieses Mal wird alles anders, richtig? Erzähl’ mal, wie hast du dich vorbereitet?
Dieses Jahr beim Ironman Germany in Frankfurt möchte ich in allen drei Disziplinen eine ordentliche Leistung abliefern. Aus den vergangenen Langdistanzen habe ich sehr viele wertvolle Erfahrungen gesammelt, so dass ich die mehrmonatige Vorbereitung noch sinnvoller planen konnte. Ich habe versucht, meine Fehler aufzudecken und an meinen Schwächen zu arbeiten. Eine große Hilfe war, dass ich eine Leistungsdiagnostik gemacht habe und anhand der Daten meine „Problemzonen“ ermitteln konnte.

Vor welchem Wettkampfszenario hast du am meisten Angst?
Angst habe ich keine! Wenn ich Angst hätte, dann würde ich das nicht freiwillig machen.  Vor der Langdistanz habe ich natürlich einen ordentlichen Respekt. In den vielen Stunden Wettkampf kann so viel passieren und schief gehen: ein platter Reifen beim Radfahren oder Probleme mit der Nahrungsaufnahme beim Laufen. Man kann das nicht  zu 100% planen, sondern nur gut vorbereitet sein

Hast du ein Mantra, dass dir über Durststrecken hinweg hilft?
Mantra? Eigentlich kein Spezielles. Bei Durststrecken – und die kommen auf einer Langdistanz nicht nur einmal – sollte man immer an etwas Positives denken. Wenn ich eine Talfahrt im Wettkampf habe, geht mir meistens ein guter Musiksong durch den Kopf. Und wenn ich den ein paar Mal vor mich hingeträllert habe, ist die die Schwächephase schnell wieder vorbei.

Was würdest du einem Triathleten raten, der sich jetzt auf seine erste Langdistanz vorbereitet?
Sich einem Triathlonverein anzuschließen! Obwohl der Triathlet an sich ein Einzelkämpfer ist, ist das Training und der Austausch in der Gruppe von Gleichgesinnten – oder auch Gleichverrückten – überaus wertvoll. Da jeder andere Veranlagungen mibringt, macht es außerdem in jedem Fall Sinn, eine Leistungsdiagnostik durchzuführen. Somit kann man gezielter und effektiver trainieren und erspart sich unnötige Trainingsfehler.

Was ist dein Ziel für Frankfurt?
Ziel 2011: keine Laufpausen und trotzdem noch Spaß haben!!

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